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Ophélia Dysli-Jeanneret

Dr. in Sportwissenschaft, Chefin der Abteilung Sport der Stadt Yverdon-les-Bains

Einleitung durch Bernard Prébandier, Vistawell SA

Ich kenne Ophélia seit ungefähr 15 Jahren. Nebst ihren andauernden abwechslungsreichen Studien sowie beruflichen Tätigkeiten, z.Bsp. in Magglingen, betrieb sie Eiskunstlauf auf hohem Niveau. Als Konditionstrainerin von Athleten amtete sie z.Bsp. beim NUC im Frauen-Volleyball, beim HC La Chaux-de-Fonds und weiteren Eislauf-Clubs. Als ich vor bald zwei Jahren erfahren habe, dass sie zur Verantwortlichen der Sportabteilung einer Stadt mit 30'000 Einwohnern, Yverdon-les-Bains, ernannt wurde, habe ich mir gedacht, dass ihre Laufbahn unsere Leser gesamtschweizerisch interessieren dürfte. Nach nun bereits zweijähriger Erfahrung bin ich sicher, dass sie den nötigen Abstand hat um gewisse Aspekte des Sports und des Gesundheitswesens in der Schweiz zu analysieren.


Bernard Prébandier (BP) : Ophélia ich danke Dir, dass Du zu diesem Interview bereit bist.
Ich bin neugierig zu erfahren, wie man als Athletin im Leistungssport, Konditionstrainerin und Forscherin zur Verantwortlichen des Sportamts einer aufstrebenden Stadt mutiert. Mit dem Ziel, die Leute allgemein zu bewegen, ohne Leistungskonzept. Aber bevor wir vom Gesundheitssport sprechen, erkläre uns wie wichtig Konditionstraining für die Leistung der Sportvereine ist.

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Ophélia Dysli-Jeanneret (OD) : Das Konditionstraining ist ein Schlüsselfaktor des Leistungsumfangs. Es erlaubt den Athleten ihren Körper auf die verschiedenen Belastungen des Trainings vorzubereiten, und bleibt ein absolut wirksames Instrument für Prävention und/oder Wiederaufbau. Für die Vereine ist es wichtig, es vom Nachwuchs weg einzusetzen, sowohl im Breiten- wie im Spitzen- oder Wettkampfsport, denn es erlaubt alle Grundlagen einer Ausbildung bis hin zum potenziellen Erreichen des Höchstniveaus. Diese Grundbegriffe sollten vom jüngsten Alter an erworben werden, begleitet und kontrolliert durch einen professionellen Konditionstrainer. Die Vereine würden an Qualität zulegen, wenn sie ihre Kräfte bündeln würden indem sie Fachpersonen engagierten welche fähig wären interdisziplinäre Mandate abzudecken. 

BP : Wie hast es Du, als Wettkämpferin, geschafft, eine Dienststelle mit 25 Personen zu führen und mit zumindest bahnbrechenden Methoden aufzuwarten? Gewiss erforderte dies Verhandlungsgeschick und viel Diplomatie. Wie hast Du das erreicht ?

OD : Ich habe sehr viel gelernt aus der Welt des Sports, nicht zuletzt die Individualisierung und das Valorisieren der Kräfte jedes einzelnen. Seit jeher habe ich es geschätzt die je nach Situation erforderlichen strategischen Kernkompetenzen zu suchen und wende dieses gleiche Prinzip bei der Einzelbetreuung an. Anders ausgedrückt arbeite ich täglich mit vielseitiger Offenheit und hinterfrage mich stetig um ein motivierendes Klima zu schaffen, Grundelement für persönliche Motivationsschübe und der Respekt der Persönlichkeitsentfaltung, verleihen meinem Team den Drang sich zusammen zu schliessen um ein sinnvolles konkretes Ergebnis herbei zu führen.

BP : Sport für Alle, Gesundheitssport, Gesundheitsförderung sind alles aktuelle Themen. Sie stossen auf andere aktuelle Themen wie Junkfood, Bewegungsarmut, Übergewicht. Wie kann man diese betroffenen ungleichen Personengruppen motivieren? Befinden wir uns noch auf Präventions-Ebene und halten bereits Erworbenes fest oder kannst Du Dir vorstellen, dass eine «therapeutische» Aktion (ich meine, weg von den schlechten Gewohnheiten hin zu neuen Verhaltensmustern) denkbar ist?

OD : Ich habe die Chance das Sportamt einer demographisch aufstrebenden Stadt mit zahlreichen Einrichtungsprojekten zu leiten welche sie zu einer gesundheitsfördernden Stadt gestalten. Ich halte sehr daran fest, dass eine Arbeits-Allianz zwischen den Schlüsseleinheiten einer Stadt oder Region es ermöglicht, ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Im spezifischen Fall von der Stadt Yverdon-les-Bains, sind die Begriffe nachhaltige Gesundheit, Wohlbefinden, Innovation und Ausbildung Teil der Identität dieser Stadt. Diese Werte können noch sublimiert werden durch fachübergreifende interdisziplinäre Projekte, welche es einer Stadt ermöglichen sich im Gesellschaftsumfeld im Bereich Sport und Bewegung einzuordnen. Dabei kann man sich konkrete Taten zur Förderung der Volksgesundheit, der Integration und dem sozialen Zusammenhalt, ausgestrahlt im ganzen Gebiet, vorstellen. Ich bin davon überzeugt, dass sachliche aufeinander abgestimmte Massnahmen, herrührend aus einem starken politischen Willen, es erlauben, die Bevölkerung von Kindesbeinen an wieder in Bewegung zu bringen. Insbesondere wenn in allen angebotenen städtischen Planungsvorhaben Bewegungsbegriffe integriert werden. So denke ich, dass es absolut vorstellbar ist, jedes sesshafte Verhalten zu ändern durch subtile wohlüberlegte Massnahmen, die schlicht und einfach Lust machen sich zu bewegen. Mit Respekt vor den individuellen Kompetenzen und leicht zugänglich. Die städtische Einrichtung ist ein unglaublicher Spielplatz, um dieser Herausforderung gerecht zu werden, nebst allen für jedes Alter angebotenen Kursen.

BP : Sprechen wir von der Frühkindheit. Gleichgewicht und Koordination, Übergewicht und Bewegungsmangel. Von der Schule wird viel erwartet, je nach Kanton und politischem Willen wird getan was man kann. Gibt es einen anderen Weg? Die Aufgabe ist gross. Wie handeln?

OD : Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen. Vom Individualisierungsprinzip ausgehend bin ich überzeugt, dass es mehrere unterschiedliche Erziehungswissenschaften gibt, um dem Bedürfnis eines jeden entgegen zu kommen. Selbstverständlich ist die Aufgabe gross und die Schule ist nur ein Mikrosystem, welches die Entwicklung eines Kindes beeinflusst. Ich bin der Ansicht, dass ein Sportamt die Verantwortung trägt, die Politik zu sensibilisieren, dass die nachhaltige Gesundheit ab der Frühkindheit eine wichtige Rolle spielt und konkrete, eine harmonische Entwicklung fördernde Massnahmen zu berücksichtigen sind. Nehmen wir als Beispiel einen innovativen Spielplatz, attraktiv und gesichert. Er kann schnell zu einer Trumpfkarte für eine Stadt werden, vorzüglich für die motorische Entwicklung der Kleinkinder geeignet. Integrieren Sie noch ein Kaffee ins Gebäude und Sie verfügen über einen generationen-übergreifenden erstklassigen Platz. Die getätigten Investitionen für Projekte wie dem Programm MiniMove, aufgebaut durch die Fondation Idéésport ist ein weiterer Schwerpunkt für die frühe Kindheit. Schliesslich kann die allgemeine Gestaltung des Gebiets im weiten Sinn mit einem unglaublich bewegungsfreundlichen Urbanismus für die ganz Kleinen aufwarten. Also ja, Lösungen existieren, es ist ein herausforderndes Wettspiel, in Prävention und Projekte in Bezug auf die Jugend zu investieren und somit die zukünftigen Generationen zu fördern. Oft ist vom Begriff Erbe die Rede und die Schule übernimmt diese Aufgabe, um der Sensibilisierung innerhalb der Familien zu verhelfen. 

BP : In der Schweiz sind eine unglaubliche Anzahl von Einheiten zuständig für Gesundheitsförderung und Prävention vieler Krankheiten mittels Bewegung. Bund, Kantone, Gemeinden, nicht staatliche Organisationen, Sportverbände usw. Jeder zieht am eigenen Strick mit den eigenen Mitteln, seiner Kultur und seiner Empfindsamkeit. Wie lautet Deine Vorgehensweise zu diesem Thema?

OD : Meiner Meinung nach würden alle, ob auf lokaler, kantonaler, nationaler Ebene gewinnen wenn von dieser Thematik eine gebietsumfassende Marketing Strategie gemacht würde um aus der Schweiz ein Land zu schaffen das sich nicht nur im Sport sondern auch in der Bewegungsaktivität auszeichnet. Das bedeutet wieder, sich zu koordinieren, Allianzen zu schaffen und vor allem die Verhandlungen zwecks Volksgesundheit zu entpolitisieren. Das erfordert eine starke konstante Vision, die sich mit einer gemeinsamen Strategie und gebündelter Kraft durchsetzt. Das Pensum ist enorm und gleichzeitig total spannend.

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BP : Wenn ich Dich beobachte stelle ich fest, dass Du aussergewöhnliches Talent hast Leute und Dinge zusammen zu bringen. Im zweiten Jahr infolge wirst Du im kommenden November ein Symposium organisieren, welches anlässlich der Konferenz «Activité physique- Innovation – Santé» mehr als 150 Spezialisten in Yverdon-les-Bains umfasst. Kannst Du uns in einigen Linien erklären worum es sich handelt?

OD : Wir organisieren im zweiten Jahr infolge mit der HEIG-VD eine Konferenz rund ums Thema körperliche Aktivität, Innovation und Gesundheit. Alle an der Entwicklung einer aktiven Stadt interessierten Personen sind vertreten. Dieses Jahr wird ausgerechnet thematisiert wie das Erbe einer nachhaltigen Gesundheit und die aufgezeigten Herausforderungen in der frühen Kindheit verbunden sind mit dem Wohlbefinden der zukünftigen Generationen. Wir sind vor allem stolz einen Dialog zwischen den strategischen Einheiten von Yverdon-les-Bains, Region und Stadt zu erschaffen. Mit dem Ziel eine Allianz für nachhaltige Gesundheit zu erarbeiten um das Bewegungsbedürfnis der Bevölkerung langzeitlich zu fördern. Ebenfalls fühlen wir uns sehr geehrt, auf die Präsenz von Fachspezialisten zählen zu dürfen. Ihr Vertrauen leitet uns an, unseren Plan der Entwicklungsstrategie in Sport und Bewegungsaktivität weiter zu verfolgen.

BP : Wir gelangen zum Ende dieses Interviews. Vielen Dank Ophélia und BRAVO für Deine Begeisterung und Deinen ausserordentlichen Einsatz.


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